Freitag, 12. April 2013

Überwinden des Egos

Wie schon öfters erwähnt, gibt es im Menschen diese 3: Verstand, Selbst (göttlich) Ego (irdisch).
Goethe: "Zwei Seelen ach in meiner Brust…".
Hätte der Mensch nur ein Selbst, so gäbe es über den Verstand nichts zu entscheiden, und ein freier Wille wäre auch nicht notwendig. Der Mensch würde immer alles für richtig halten, was er tut! So wie die Tiere noch kein Ego haben, und sich ganz gemütlich, der materiellen Natur entsprechend, weiter entwickeln.
Die zwei Pole sind für den Menschen also absolut notwendig, um sich seines wahren Selbst bewusst zu werden. Es ist ein Kampf zwischen diesen beiden Polen (Bibel: David und Goliath - wobei der David (Selbst) siegt, und den Goliath (Ego) enthauptet - was bedeutet, aus dem Kopf heraus bringt).
Das Ego dient also der Beschleunigten Weiterentwicklung des Menschen zur Bewusstwerdung. Weil der Mensch den Kopf einschalten, und sich für den Einen oder Anderen entscheiden muß.
Durch diesen Kampf wird sinnbildlich der Diamant (Selbst) geschliffen, und der Schleifstein (Ego) abgenutzt.
Das Ego wird genährt durch Begehren, und durch die Befriedigung des Begehrens. Zitat: Die Gier ist wie ein loderndes Feuer, je mehr sie befriedigt wird, um so stärker brennt sie. Das Begehren entsteht durch die Sinneswahrnehmung, und die entsprechende Zu- oder Abneigung zu den Objekten.
Darum empfiehlt die Bhaghavad Gita, das Zurückziehen der Sinne von den Objekten.
Durch diese Sinneswahrnehmung, wird der Verstand (Geist) des Menschen an die Objekte gebunden - gefesselt. Er macht nicht mehr das, was er (aus dem Selbst) für richtig hält, sondern das, wonach er (aus dem Ego) begehrt.
Heute wird mit Selbstverwirklichung, das Befriedigen seiner Begehren propagiert. Was dann keine Selbstverwirklichung ist, sondern ein füttern des Egos.
Diese Fesseln sind zu lösen. Kurz, die Bindungen an die materiellen Objekte zu lösen. Diese Bindung ist aber nur dann zu lösen, wenn ich keine Begehren mehr - für dieses Objekt - habe. Ein künstliches Unterdrücken nützt nichts, und ist sogar schlecht.
Das Loslösen, geht nur über den Verstand, und dafür haben wir den freien Willen, um zu entscheiden, ob ich meinen Begehren hinterher laufe, oder ob ich dahin laufe, wo ICH (aus dem Selbst) will. Zorn, Wut, Hass, Neid, Eifersucht, sind alles Ergebnisse dieses unersättlichen Begehrens.
Sind alle Anhaftungen beseitigt, und alle Begehren (im Verstand und Herz) gelöscht, stirbt das Ego - es ist aus dem Kopf entfernt (geköpft).
Es geht nicht darum, daß man nichts besitzen darf, sondern nur darum, daß man an nichts mehr in der Welt GEBUNDEN ist. Kein Behalten wollen was man hat, und kein Begehren nach dem, was andere haben. Sei es materielles (Auto, Haus, Kleidung), geistiges (Eltern, Kinder, Freunde), oder seelisches (Lob, Anerkennung, geliebt werden).
Ob jemand kein Ego mehr hat, ist nicht an seinen Worten, oder an seinen Vorträgen zu erkennen, sondern erst dann, wenn er ohne Klagen einen Verlust hinnimmt. An Vorträgen ist nur die Erkenntnis zu erkennen. Wobei die Erkenntnis in Abhängigkeit des Egos steht. Weniger Ego, höhere Erkenntnis.
Mit freundlichen Grüßen
Demetrius Degen
27.08.2011

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